Diese Informationen sind kein Ersatz für Beratungsgespräche!

HIV-Erkrankung, HIV-Krankheit; von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome / Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) spricht man, wenn bei stark geschwächtem Immunsystem sog. Aids definierende Symptome wie opportunistische Infektionen und bestimmte Tumoren auftreten.

Das Wichtigste in Kürze:
HIV ist vergleichsweise schwer übertragbar, aber im Gegensatz zu anderen sexuell über tragbaren Krankheiten ist die Infektion unheilbar.
Über tragen wird das Virus vor allem durch ungeschützten Sexualverkehr, durch Blut-Blut-Kontakte (z. B. beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck zum intravenösen Drogenkonsum) sowie in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen.
Die Infektiosität ist bei hoher Viruslast am höchsten (z. B. in der akuten Phase der HIV-Infektion oder bei ungenügender Unterdrückung der Virusvermehrung). Eine stabile und er folgreiche Therapie senkt die Viruslast und damit die Infektiosität.
Eine HIV-Infektion führ t zu einer Schädigung des Immunsystems und ohne Behandlung in fast allen Fällen nach einigen Jahren zu Aids.
Bei rechtzeitig begonnener und konsequent for tgeführ ter antiretroviraler Therapie ist Aids heute eine weitgehend vermeidbare Komplikation der HIV-Infektion. Selbst wenn schon aidsdefinierende Symptome aufgetreten sind, können sich diese durch die Behandlung zurückbilden.
Eine Impfung gegen HIV wird es wahrscheinlich in absehbarer Zeit nicht geben.
Schutz vor der Infektion bieten Safer Sex, Safer Use und unter bestimmten Bedingungen auch eine er folgreiche antiretrovirale Therapie des HIV-positiven Partners. Mutter-Kind-Über tragungen können bei umfassender medizinischer Betreuung - vor allem durch den Einsatz antiretroviraler Medikamente - und durch Stillverzicht weitgehend verhindert werden.

Erreger:
Das Humane Immunschwäche-Virus (HIV) gehört zur Familie der Retroviren. Man unterscheidet die beiden Stämme HIV-1, der weltweit vorkommt und bei etwa 99% aller in Deutschland diagnostizierten HIV-Infektionen nachgewiesen wird, und HIV-2, der hauptsächlich in Westafrika verbreitet ist. HIV-1 kommt in den Subtypen M, N und O vor, wovon M weltweit am häufigsten ist; der Subtyp M wird weiter unterteilt in die Untergruppen A–J. In Westeuropa und den USA überwiegt der Typ HIV-1B, in Afrika sind HIV-1A, -C und -D am häufigsten. Die verschiedenen HIV-Varianten kommen darüber hinaus auch
in Mischformen vor. Mehrfachinfektionen mit verschiedenen Subtypen bzw. Virusvarianten sind möglich; sie kommen vor allem in der akuten Phase der Infektion vor. Trotz genetischer Unterschiede wirken sich HIV-1 und HIV-2 weitgehend gleich aus; allerdings verläuft die Krankheit bei HIV-2-Infizierten in der Regel langsamer und weniger aggressiv.

Epidemiologie:
Weltweit haben sich nach Schätzungen von UNAIDS im Jahr 2007 etwa 2,7 Millionen Menschen mit HIV infiziert, über die Hälfte davon Frauen; Hauptübertragungsweg war der ungeschützte heterosexuelle Geschlechtsverkehr. Um die 33 Millionen Menschen lebten Ende 2007 mit dem Virus, etwa 2 Millionen starben 2007 an den Folgen der Erkrankung.
In Deutschland haben sich nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (unter Berücksichtigung noch nicht gemeldeter bzw. noch nicht diagnostizierter Infektionen) im Jahr 2008 ca. 3.000 Menschen mit HIV infiziert (Inzidenz/Neuinfektionen). Etwa 72 % dieser Infektionen gingen auf sexuelle Kontakte unter MSM zurück, 20% auf heterosexuelle Kontakte, 8% auf intravenösen Drogengebrauch und weniger als 1% auf Übertragungen in der Schwangerschaft, unter der Geburt oder beim Stillen.
Anders als bei den geschätzten Neuinfektionen werden bei den gemeldeten Neudiagnosen auch bestätigte positive HIV-Tests bei Migrantinnen und Migranten aus Hochprävalenzländern mit berücksichtigt, die sich meist im Heimatland infiziert haben. Im Jahr 2008 zählte das RKI insgesamt 2.806 Neudiagnosen; davon entfielen 1.555 auf MSM, 403 auf den heterosexuellen
Übertragungsweg, 296 auf Migranten aus Hochprävalenzländern, 123 auf intravenösen Drogengebrauch, 21 auf die Mutter-Kind-Übertragung und kein Fall auf die Transfusion von Blutprodukten. Bei 418 Fällen lag keine Angabe zum Infektionsweg vor.
Insgesamt leben derzeit in Deutschland ca. 63.500 Menschen mit HIV, das entspricht ca. 0,1% der sexuell aktiven erwachsenen Bevölkerung (Prävalenz).
Im Jahr 2008 erkrankten etwa 1.100 HIV-Positive an Aids (Morbidität).
Detailierte aktuelle Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern: Zahlen und Fakten

Meldepflicht:
HIV wird nichtnamentlich vom Labor bzw. dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Um Doppelmeldungen auszuschließen, wird der Name des oder der Gemeldeten verschlüsselt, ohne dass eine Rückverfolgung möglich wäre.

Übertragung:
In hoher Konzentration liegt HIV u. a. in Sekreten der rektalen Schleimhaut, in Blut, Sperma, Vaginalsekret und Eiter von HIV-Infizierten ohne ausreichende Unterdrückung der Virusvermehrung vor, und zwar sowohl in Form von »freiem« Virus als auch von infizierten Zellen. Gelangen diese Flüssigkeiten in den Körper eines anderen Menschen (z. B. durch Aufnahme von Sperma in den Mund, in die Vagina oder ins Rektum), ist eine HIV-Infektion möglich. In anderen Körperflüssigkeiten wie Tränen, Speichel oder Urin ist HIV in deutlich niedrigeren Konzentrationen vorhanden, sodass bisher keine Übertragungen über diesen Weg beschrieben worden sind.

Eine HIV-Übertragung ist auch möglich, ohne dass Körperflüssigkeiten aufgenommen werden, und zwar durch Schleimhaut-Schleimhaut-Kontakt (z. B.über den Flüssigkeitsfilm zwischen Vaginal- oder Rektalschleimhaut und Schleimhaut der inneren Vorhaut): In der Schleimhaut befinden sich CD4-Zellen, die zu den Zielzellen von HIV gehören, und sog. Langerhans-Zellen, die HIV auch direkt aufnehmen und z. B. an CD4-Zellen weitergeben können. Beide Zellarten können sowohl in die Schleimhaut einwandern (und dort HIV aufnehmen) als auch wieder aus der Schleimhaut herauswandern und über den Weg Lymphbahnen - Lymphknoten - Blutsystem eine systemische Infektion hervorrufen.

Insgesamt ist das statistische Übertragungsrisiko im Vergleich zu anderen STIs eher gering: Während etwa 50 % der Sexualkontakte mit Gonorrhö-Infizierten und 30 % der Sexualkontakte mit Syphilis-Infizierten zu einer Infektion führen, kommt es im Durchschnitt bei weniger als 1 % der Sexualkontakte mit HIV-Infizierten zu einer Ansteckung. Durch ungünstige Faktoren kann allerdings aus diesem statistisch niedrigen Risiko ein hohes Risiko werden, etwa bei hoher Viruslast in der akuten Phase der Infektion oder bei einer Syphilis bei einem der Partner.


HIV wird durch den Austausch von Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch übertragen. Am häufigsten ist die Ansteckung beim Sex ohne Kondom.
Das individuelle Infektionsrisiko hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab und kann auch von Sexualkontakt zu Sexualkontakt höchst unterschiedlich sein.

ungeschützter Analverkehr (egal ob zwischen Mann + Frau oder Mann + Mann)
Risiko: sehr hohes Risiko
Schutz: Kondome und extra Gleitmittel
Info: Analverkehr ohne Kondom ist die Sexpraktik mit dem höchsten Risiko für eine HIV-Übertragung: Zum einen ist die Schleimhaut des Enddarms sehr empfindlich, und beim Sex kann es leicht zu kleinen Verletzungen kommen. Zum anderen ist die Darmschleimhaut darauf spezialisiert, Flüssigkeiten aufzunehmen (um den Stuhl einzudicken). Und nicht zuletzt ist der Darm das größte immunologische Organ des Körpers: In der Darmschleimhaut liegen viele Immunzellen vor, die Zielzellen von HIV sind, d. h. leicht infiziert werden können bzw. nach einer Infektion neue Viren produzieren - bei HIV-Positiven enthält der Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut daher HIV in erhöhter Konzentration. Eindringender Analverkehr ist Studien zufolge weniger riskant als aufnehmender Analverkehr. Da sich die meisten Studien allerdings auf beschnittene Männer beziehen, besteht für unbeschnittene Männer eventuell kaum ein relevanter Unterschied im Risiko zwischen eindringendem und aufnehmendem Analverkehr.

ungeschützter Vaginalverkehr
Risiko: hohes Risiko
Schutz: Kondome oder Femidome (Kondom für die Frau)
Info: Vaginalverkehr ohne Kondom ist die Sexpraktik mit dem zweithöchsten Risiko für eine HIV-Übertragung. Das Risiko für die Frau ist dabei höher als für den Mann: Die Schleimhaut in der Vagina ist größer als die Schleimhaut am Penis (bei beschnittenen Männern ist diese Fläche nochmals reduziert); außerdem bleibt aufgenommenes Sperma länger in der Vagina als Vaginalsekret auf dem Penis. Man nimmt an, dass während der Menstruation das Risiko für den Mann erhöht ist. Ob und ggf. in welcher Phase das Risiko für die Frau erhöht ist, ist umstritten; für eine erhöhte Empfindlichkeit in der zweiten Zyklushälfte spricht, dass dann die Schleimhaut progesteronbedingt weicher und ggf. durchlässiger ist. Der empfindlichste Bereich innerhalb der Scheide ist wahrscheinlich der Gebärmutterhals, wo das festere Epithel der Scheidenwand in das
dünne Epithel der Gebärmutter übergeht.

ungeschützter Oralverkehr (egal ob zwischen Mann + Frau, Mann + Mann oder Frau + Frau)
Risiko: geringes Risiko, bei Aufnahme von Sperma oder Menstruationsblut
Schutz: Kondome oder Lecktücher bzw. kein "Lecken", wenn die Frau ihre Tage hat, kein Sperma aufnehmen.
Info: Oralverkehr (Fellatio/Cunnilingus) ohne Kondom ist im Vergleich zu ungeschütztem Vaginal- oder Analverkehr risikoarm: Die Schleimhaut des Mundes ist stabiler und widerstandsfähiger als die Schleimhäute des Enddarms oder der Scheide. Zudem verdünnt der Speichel virushaltige Flüssigkeiten (z. B. Vaginalsekret). Oralverkehr ohne Ejakulation in den Mund ist »Safer Sex«. Das HIV-Risiko für den aufnehmenden Partner steigt, wenn Sperma oder Menstruationsblut in seinen Mund gelangt, ist aber auch dann wesentlich geringer als bei Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom. Erhöht ist das HIV-Übertragungsrisiko, wenn Entzündungen oder Verletzungen im oder am Mund vorliegen, z. B. eine akute Zahnfleischentzündung oder Herpesbläschen/-geschwüre. Sich oral befriedigen zu lassen, birgt ein vernachlässigbar geringes Risiko.

Bei ungeschütztem Sex wird das HIV-Übertragungsrisiko durch zahlreiche Umstände beeinflusst; die wichtigsten sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

> Höhe der Viruslast/HIV-Konzentration:
Je höher die HIV-Konzentration im Blut und in den genitalen Sekreten ist, desto größer ist die Infektiosität; am höchsten ist sie bei einer frischen Infektion und bei schwerer Schädigung des Immunsystems (siehe unter »Verlauf/Symptome/Auswirkungen«): In der akuten Phase der Infektion ist ein Mensch mit HIV statistisch gesehen etwa 10- bis 100-fach infektiöser als in der chronisch-asymptomatischen Phase; bei fortgeschrittener Krankheit steigt der Wert wieder auf das 15- bis 20-fache an. Deutlich erhöht sein kann die Viruslast im Blut bei unbehandelten oder unzureichend behandelten HIV-Infizierten auch bei Infektionen wie z. B. einer Grippe und nach Impfungen, bei antiretroviral behandelten HIVInfizierten in einer »Therapiepause« und bei Therapieversagen. Bei einer Entzündung in den Genital- oder Rektalschleimhäuten (z. B. aufgrund einer Syphilis- oder Herpes-Infektion) steigt die Viruslast in der Schleimhaut und im Sekret sowohl bei behandelten wie bei nicht behandelten Menschen mit HIV.


> Anzahl der Sexualkontakte und der Sexualpartner/innen:
Statistische Risiken häufen sich mit der Zahl der Risikosituationen an: Hat jemand nur einmal in seinem Leben ungeschützten Sex mit einem möglicherweise infizierten Partner, ist sein Risiko, sich dabei mit HIV zu infizieren, deutlich geringer als bei jemandem, der häufig ungeschützten Sex mit wechselnden Partnern gehabt hat (»kumulatives Risiko«).


> Menge der aufgenommenen HIV-haltigen Sekrete:
Bei geringer Menge ist das HIV-Übertragungsrisiko niedriger.

> Dauer und Intensität des Sexualakts:
Je länger der Geschlechtsverkehr dauert und je »heftiger« er ist, desto länger und intensiver sind die Schleimhaut-Schleimhaut-Kontakte und desto höher ist das Risiko für Verletzungen - und damit das Risiko einer HIV-Übertragung.

> Dauer des Kontakts mit virushaltigen Sekreten:
Je länger infektiöse Flüssigkeiten auf Schleimhäuten oder geschädigter Haut verweilen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung. Deswegen wird z. B. nach Aufnahme von Ejakulat in den Mund empfohlen, das Sperma auszuspucken und den Mund auszuspülen.

> Verletzungen der Schleimhaut und der Haut, z. B. durch STIs, Entzündungen, Geschwüre usw.:
Solche Verletzungen machen die Haut-/Schleimhautbarriere für HIV durchlässiger und erhöhen so das Risiko für eine HIV-Übertragung um ein Mehrfaches (je nach Ausmaß des Defekts etwa um den Faktor 2-10). Außerdem wandern bei Entzündungen oder Verletzungen HIV-Zielzellen in die Schleimhaut ein.

> Beschneidungsstatus:
Beschnittene Männer haben beim Vaginalverkehr mit einer HIV-positiven Frau ein um ca. 60% geringeres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, als unbeschnittene Männer.

> genetische Disposition des/der HIV-negativen Sexualpartner/in:
Einige Menschen sind aufgrund ihrer genetischen Ausstattung besser vor einer Ansteckung mit HIV geschützt als andere (z. B. infolge einer anderen Ausprägung von Korezeptoren, die HIV braucht, um Zellen zu infizieren).

> Infektiosität des Erregers:
Manche HIV-Varianten sind deutlich infektiöser als andere, viele medikamentenresistente Stämme dagegen sind weniger infektiös.

Safer Sex (Anal- und Vaginalverkehr mit Kondom, Oralverkehr ohne Aufnahme von Sperma oder Menstruationsblut) bietet nach wie vor den besten Schutz vor einer HIV-Übertragung.

Weitere Risiken:

von der Mutter auf das Kind (während Schwangerschaft, Geburt oder beim Stillen)
Risiko: Risiko
Schutz: Geburt unter geschützten Rahmenbedingungen (Kaiserschnitt, Medikamente, ...); Ersatznahrung
Info: Das Risiko, dass HIV-positive Frauen das Virus während der Schwangerschaft, unter der Geburt und beim Stillen an ihre Kinder weitergeben, liegt ohne vorbeugende Maßnahmen bei etwa 20%. Dieses Risiko kann durch einen geplanten Kaiserschnitt vor Eintritt der Wehen, durch die gezielte Einnahme von antiretroviralen Medikamenten in der Schwangerschaft, durch den Verzicht aufs Stillen und durch eine vorsorgliche vierwöchige antiretrovirale Behandlung des Neugeborenen auf unter 2% gesenkt werden. Wenn bei der Schwangeren die Viruslast durch die Therapie sicher unter der Nachweisgrenze liegt, kann bei optimaler medizinischer Versorgung zugunsten einer natürlichen
Geburt auf den Kaiserschnitt verzichtet werden.

gemeinsames Benutzen von Sritzbestecken bei Drogengebrauchern
Risiko: sehr hohes Risiko
Schutz: Safer Use - jeder benutzt sein eigenes Spritzbesteck


Keine Gefahr besteht beim Austausch aller anderen Körperflüssigkeiten.

Akupunktur, Bluttransfusion und Organspende
Risiko: kein Risiko, wenn es von Profis durchgeführt wird

Händeschütteln, Küssen
Risiko: kein Risiko

Gemeinschaftsdusche, Rasieren
Risiko: kein Risiko

Anhusten oder Anniesen, Mückenstiche
Risiko: kein Risiko

Auch bei der gemeinsamen Benutzung von Geschirr, Besteck, Toilette, Handtüchern, Kleidung usw., beim Umarmen und sozialen Kontakten zu HIV-Positiven und Aidskranken und bei vielen anderen Tätigkeiten des täglichen Lebens besteht kein Risiko in Bezug auf Ansteckung mit HIV.

Der beste Schutz ist Safer Sex - also Sex mit Kondom, so dass kein Blut oder Sperma oder Scheidenflüssigkeit ausgetauscht werden kann. Und Safer Use: Drogengebraucher sollten nur eigenes Spritzbesteck und Zubehör verwenden. Weiter Möglichkeiten des Schutzes vor einer HIV-Infektion siehe Schutz.
Sollte es unabsichtlich oder aus Nachlässigkeit doch zu einer möglichen Infektion gekommen sein, besteht die Möglichkeit einer Postexpositionsprophylaxe (siehe PEP). Diese wird aber nur bei nachweislich tatsächlichen Risiken angewandt.

Inkubationszeit:
Etwa sechs Tage bis sechs Wochen nach der Infektion (meist nach zwei bis drei Wochen) kommt es in der Mehrzahl der Fälle zu unspezifischen Krankheitszeichen. Danach verläuft die Erkrankung über Monate bis Jahre symptomarm oder symptomfrei, bis schließlich aidsdefinierende Symptome auftreten (siehe Verlauf).

Diagnose:
Man kann keinem Menschen ansehen, ob er HIV-infiziert oder an Aids erkrankt ist. Die HIV-Infektion kann nur durch direkte Tests (Suche nach Viren oder Virusbestandteilen) oder indirekte Tests (Suche nach Zeichen für die Immunreaktion des Körpers, z. B. nach Antikörpern) nachgewiesen werden (siehe Test).

Es gibt inzwischen viele mehr oder weniger gute Medikamente, die den Ausbruch von Aids hinauszögern und damit das Leben verlängern können. Diese Medikamente haben aber zum Teil stark lebenseinschränkende Nebenwirkungen. Zudem ist das HI-Virus äußerst anpassungsfähig und bildet schnell Resistenzen gegen die Medikamente aus. Weitere Infos siehe Therapie.

Die Informationen dieser Seite entstammen zum großen Teil der Broschüre "sexuell übertragbare krankheiten 2009" der Deutschen AIDS-Hilfe.

Nähere Informationen können bei einem direkten Beratungsgespräch in Erfahrung gebracht werden. Informationen zur aktuellen Statistik des Robert Koch Institutes gibt es unter Zahlen & Fakten.
Weitere Informationen gibt es außerdem auf dem Gesundheitsportal onmeda.de

 
  letzte Aktualisierung: 20.09.2011 © Centrum für sexuelle Gesundheit e.V. Rostock 2012 | Home | Sitemap